VISCERALE OSTEOPATHIE

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Viscerale Osteopathie

Definition
nach der Deutschen Gesellschaft für Osteopathische Medizin (DGOM e.v.):

„Bei der visceralen Osteopathie werden Spannungsänderungen an inneren Organen sowohl in ihrer Eigendynamik als auch im Organverbund ertastet und behandelt. Innere Organe sind durch Faszien und Bänder befestigt und beweglich. Bei Verspannungen dieser Faszien wird die Beweglichkeit der Organe beeinträchtigt. Dadurch können Funktionsstörungen der Organe selbst entstehen und über Reflexe auch Störungen am Skelettsystem auftreten. Bei der visceralen Osteopathie werden die Verspannungen der Bänder gelöst. Dadurch wird die physiologische Funktion der inneren Organe unterstützt.“

 

Indikationen für eine Behandlung mit Visceraler Osteopathie
Was kann mit der Visceralen Osteopathie behandelt werden?

Die Viscerale Osteopathie ist für sich alleine bereits eine geniale Behandlungsmethode. Ich nutze es in Kombination mit der ganzheitlichen Behandlungsmethode hnc - human neuro cybrainetics (Infos hier), wodurch die Patienten von dem Synergie-Effekt dieser beiden Methoden profitieren.

Funktionseinschränkungen, Beschwerden und Erkrankungen an folgenden Organen:
Speiseröhre Magen
Dünndarm Dickdarm
Enddarm / Rektum Leber / Galle
Bauchspeicheldrüse Milz
Nieren / Harnleiter Blase / Harnröhre
Gebärmutter / Ovarien / Eileiter Prostata
Zwerchfell Kehlkopf / Hals
Beckenboden  
   
Ferner bestehen noch folgende Behandlungsmöglichkeiten:
Fehlstellung Kopfgelenk Fehlstellung Wirbel
Fehlstellung Becken Fehlstellung Rippen
   
Folgende Erkrankungen können mit Visceraler Osteopathie behandelt werden:
Adduktorentendopathie (chron. Leistenschmerz) Durchblutungsstörungen i.d. Armen
Asthma und andere Atembeschwerden postoperative Verklebungen im Bauchraum
Verspannungen im Bauchraum Morbus Bechterew
veminderte Elastizität Beckenboden  
Beckenboden-Senkung Verspannung Beckenboden
Durchblut.förderung / Lymphdrainage für Beine Blähungen
Blasensenkung verminderte Durchblutung des Darms
druckempfindlicher Darm Peristaltikstörungen im Darm
Darmspasmen Darm-Verstopfung
Abflussstörungen aus Gallenblase (ohne Steine)  
Verklebungen in der Gebärmutter, Mobilitätsverlust der Gebärmutter,
Retroflexion der Gebärmutter nach: operativen Eingriffen, nach Geburt
Hiatushernie HWS-Schleudertrauma
Infertilität (zum Teil) Inkontinenz (zum Teil) / Miktionsstörungen
Intercostal-Neuralgien Leberschwellung
Lymphatische Schwellungen Magenkrämpfe
Nacken- und Schulterverspannungen, -schmerzen Nasenverstopfung
Nebenhöhlen-Entzündungen (Sinusitis) Wanderniere / Nierensenkung
verminderte Nieren-Mobilität Niereninsuffizienz
verminderte Drainage der Niere mit Ödeme Nachbehandlung einer Nephritis
Organsenkungen nach OPs an Lunge und Herz
Prämenstruelles Syndrom PMS Verklebung der Pleura (nach Rippenfellentzünd.)
Reflux-Ösophagitis Schilddrüsendysfunktion
Schluckstörungen Sphinkterspasmen, - störungen
Symphysenschmerzen (in Schwangerschaft) allgemeine und spezielle Verdauungsbeschwerden
Verspannungen und Myogelosen Verspannung Zwerchfell

 

 

Wie sieht die Behandlung mit der Visceralen Osteopathie aus?

Die Behandlung mittels der Visceralen Osteopathie dient der Wiederherstellung der Motilität (Eigen-Rhythmik) und Mobiliät (Bewegung) der Organe und somit der Unterstützung der Selbstheilung zur Wiederherstellung der Funktion des betroffenen Organs.

Die Behandlung erfolgt nach einem klaren Schema:
1. Korrektur von Knochen- und Gelenkstellungen
2. Wiederherstellung der Innervierung (Lösen von blockierten Nerven)
3. Behandlung der Faszien



zu 1. Korrektur von Knochen- und Gelenkstellungen
Faszien sind keine abgeschlossenen Strukturen, sondern ein großes FaszienNETZ, das den gesamten Körper umgibt und durchzieht. Jede Struktur ist deshalb mit allem anderen verbunden. (siehe dazu auch die weiterführenden Informationen über Faszien HIER.)
Alle Organe (und Muskeln etc.) sind mit Faszien umhüllt und weisen dadurch fasziale (bindegewebige) Verbindungen zum Skelett auf. Befinden sich Teile der skelettalen Struktur (Knochen, Gelenke) in Fehlstellungen, können diese
- entweder vermehrten Zug/Spannung auf die Organfaszien ausüben.
   Folge: Die Motilität und Mobilität der Organe und somit ihre Funktion kann dadurch eingeschränkt sein,
   dass im weiteren Verlauf zu Organerkrankungen führen kann.
- oder zu wenig Zug/Spannung auf die Organfaszien ausüben.
   Folge: Es kann zu Organsenkungen kommen, wodurch ihre Funktion beeinträchtigt werden kann und
   Folgebeschwerden auftreten können.
Von daher ist es zunächst wichtig, die Knochen- und Gelenkstellungen zu korrigieren, um den physiologischen Zug bzw. physiologische Spannung auf die Faszien zu ermöglichen bzw. wieder herzustellen.

Mögliche Korrekturen sind:
- Kopfgelenk (C0, C1, C2)
- sämtlichen Wirbelfehlstellungen
- Rippenfehlstand bzw. -blockierung
- Beckenschiefstand - Beckenverkippung nach posterior (hinten) / nach anterior (vorne)
- Schambein-Fehlstellung
- Kreuzbein-Fehlstellung
- Steißbein-Fehlstellung


zu 2. Wiederherstellung der Innervierung (Lösen von blockierten Nerven)
Jede Körperregion wird durch bestimmte Nerven innerviert und somit versorgt. Ist dieser Nerv blockiert (durch Wirbelfehlstellung oder Bandscheibenvorfall) oder geschädigt (z.B. bei Morbus Sudeck - siehe hier.), kann die betroffene Körperregion und somit auch das betroffene Organ nicht mehr optimal versorgt werden.
Als Folgen können Funktionseinschränkungen und im weiteren Verlauf schwere Erkrankungen der Organe auftreten.
Deshalb ist es vor der Faszienbehandlung wichtig, die Blockade der Nerven in den betroffenen Körperregionen zu lösen.

Mögliche Korrekturen von:
- Kopfgelenk (C0, C1, C2)
- sämtlichen Wirbelfehlstellungen
- Übergang HWS-BWS, BWS-LWS und LWS-Kreuzbein
- Beckenschiefstand - Beckenverkippung nach posterior (hinten) / nach anterior (vorne)
- Faszienlösungen von Gewebe, in dem Nerven eingebettet sind


zu 2. Behandlung der Faszien
zur Wiederherstellung der Motilität (Eigen-Rhythmik) und Mobiliät (Bewegung) der Organe

Die letztendliche direkte Behandlung der Faszien beginnt zunächst mit der Untersuchung:
Der Therapeuten erfühlt mittels bestimmter Palpationstechniken (Tasttechniken) den Spannungszustandes der Organfaszien. Treten dabei Schmerzen, Spannungszustände oder ist der Tastbefund nicht physiologisch, können je nach Beschwerdebild folgende Behandlungstechniken angewandt werden:

- Organ-Anhebung (bei Blasensenkung oder Gebärmuttersenkung)
- Organ-Kompression
- rhythmische Organ-Massage
- Einführung des Patienten in die Selbst-Massage



Interessante Details der Visceralen Osteopathie

Korrektur Kopfgelenk C0, C1, C2
Korrektur von C0, C1, C2 bedeutet, dass die Gelenke zwischen
- Kopf (Hinterhauptbein/Occiput) und 1. Wirbel (Atlas)
- 1. Wirbel (Atlas) und 2. Wirbel (Axis)
korrigiert werden.
Das sogenannte Kopfgelenk ist eine sehr brisante Stelle. Neben dem großen Loch (Foramen magnum), durch das das Rückenmark in den Kopf gelangt, gibt es noch jeweils ein Loch rechts und links davon - Foramen jugulare genannt. Durch diese beiden Öffnungen führen jeweils eine Arterie, eine Vene und drei Nerven: N. vagus (Nervus X), N. accessorius (Nervus XI), Nervus glossopharyngeus (Nervus IX).

Gibt es eine Fehlstellung im Kopfgelenk, können folgende Beschwerden auftreten:
- Schmerzen und Verspannungen im Hals-, Nacken- und Schulterbereich,
   die bis in die Hand der betroffenen Seite ziehen können.
   Ursache ist eine Blockade des N. accessorius (Nervus XI), der Musculus sternocleidomastoideus und
   und Musculus trapezius innerviert.
- Schluckbeschwerden und häufiges Verschlucken, Schnarchen, Schlafapnoes, aber auch
   Blutdruckveränderungen (zu hoch, zu niedrig) und Jucken oder Schmerzen im Gehörgang und im Mittelohr
   Ursache ist eine Blockade des N. glossopharyngeus, der Hals, Zunge und Glomus caroticum und Sinus
   caroticus innerviert und versorgt und sich nach seinem Durchtritt durch das Foramen jugulare u.a. in den
   Nervus tympanicus verzweigt, der das Mittelohr versorgt.
- Erkrankungen und Beschwerden von sämtlichen Bauchorganen einschl. Fortpflanzungsorgane, die durch    deren Funktionseinschränkung entstehen können.
   Ursache ist eine Blockade des N. vagus (Nervus X), der alle Bauchorgane innerviert.


Korrektur von sämtlichen Wirbelfehlstellungen
... ist wichtig, da zwischen den Wirbeln die sogenannten Spinalnerven austreten, die jeder für sich eine bestimmte Körperregion und somit bestimmte Organe innerviert und versorgt.
Ist ein Wirbel blockiert, so kann die Funktion des Spinalnerves darunter oder darüber eingeschränkt sein, so dass es in der zugehörigen Körperregion und Organen zu Beschwerden kommen kann.

Korrektur von Rippenfehlstellungen
... ist wichtig, da einige Organe über fasziales Gewebe (in-)direkt an den Rippen bzw. am Zwerchfell fixiert sind, z.B. Lunge (Atmung), Leber, Aufhängungen des Dickdarms, Magen, Milz, Herz, Nieren.
Im Fall einer Rippenfehlstellung kann das Zwerchfell nicht mehr optimal funktionieren, es kann zu Schmerzen im Bereich der Rippenfehlstellung kommen und zu Faszienverspannungen durch Immobilität bei den entsprechenden Organen (= Funktionseinschränkung).

Korrektur von Beckenschiefstand, Schambein, Kreuzbein und Steißbein
... ist vor allem für alle Organe im kleinen Becken (Harnblase, Enddarm und Rektum, Geschlechtsorgane), aber auch für die optimale und schmerzfreie Funktion der Beine wichtig. Ferner baut sich auf dem Becken die Wirbelsäule auf. Von daher "begünstigt" ein schiefes Becken eine schiefe Wirbelsäule und somit Verspannungen und Schmerzen in der Wirbelsäule und Bandscheiben-Vorfälle.