- ©2008 - Jacqueline Schwindt Karlsruhe
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Freie Systemische
Aufstellungen
als Selbsterfahrung zur Lebenshilfe
Workshops für Beziehungen, Familie,
Beruf und Alltag
Konflikte und Probleme sind häufige
Ursachen von Erkrankungen, im psychischen wie auch im körperlichen
Bereich, da sie unseren Körper in Dauerstress versetzen. Dadurch
stellt die Konflikt- und Problemlösung einen wichtigen Weg zur
Gesundheit und Wohlbefinden dar.
In den von Jacqueline Schwindt begleiteten Freien Systemischen Aufstellungen
können Sie als Zuschauer, Stellvertreter oder Aufstellende/r intensive
und faszinierende Erfahrungen machen, die Sie zur Lösung Ihrer
eigenen Probleme und zu Ihrer persönlichen Weiterentwicklung nutzen
können. Das Freie Aufstellen zeigt dabei neue Wege im lösungsorientierten
Umgang mit Aufstellungen und Alltagssituationen, die die eigenen Lösungsprozesse
und Veränderungen liebevoll begleiten und unterstützen.
Folgendes steht für 'Freie
Aufstellungen':
In den Freien
Aufstellungen kann mit Hilfe der Stellvertreter' eine Problematik
gezielt aufgestellt und somit wiederholt werden. Sie haben somit die
Möglichkeit, zu experimentieren, nachzufragen und nach besseren
Gleichgewichten und Lösungen zu suchen. Die aufstellende Person
kann ihre Aufstellung in völliger
Eigenkompetenz durchführen und
selbst das Rollenspiel der Stellvertreter in ihrer Aufstellung eigenverantwortlich
untersuchen und leiten.
Dabei können Sie auf Ihren Wunsch hin als aufstellende Person vom
Moderator/von der Moderatorin und der gesamten Gruppe achtungsvoll beraten
und begleitet werden. Jacqueline Schwindt kann Ihnen für die eigene
Begleitung Ihrer Aufstellung 'Werkzeuge' anbieten.
Die
Eigenverantwortung:
ist für das Freie Aufstellen
eine wichtige Voraussetzung, weil dadurch die Grenzen der Teilnehmer,
insbesondere der aufstellenden Person nicht ungewollt überschritten,
sondern geachtet werden. Die Eigenverantwortung bietet einen Selbstschutz
sowohl für die aufstellende Person als auch für die Stellvertreter
und Zuschauer. Bei den Freien Aufstellungen zeigt sich durch die Eigenverantwortung
immer wieder, dass sie nur so intensiv sind, wie es für die aufstellende
Person selbst stimmig ist. Lösungen zeigen sich nur so weit, wie
sie tragbar sind. Für die Stellvertreter erleichtert sowohl die
Eigenverantwortlichkeit als auch die freie Aufstellungsform den Umgang
mit den übernommenen Rollen.
Alles
gehört zunächst einmal dazu!
Jeder darf all seinen Impulsen folgen (Reden, Essen, Trinken, auf die
Toilette gehen, Ideen zur Aufstellung beitragen) - außer
das Überschreiten folgender Grenzen:
- Der/die Moderator/in darf Grenzen setzen, wenn der Raum und der Rahmen
der 'Freien Aufstellungen' gefährdet ist - wenn z.B. Grenzen nicht
geachtet werden.
- Die aufstellende Person darf für ihre Aufstellung Grenzen setzen,
die von anderen Teilnehmern geachtet werden sollten, da sonst die aufstellende
Person ihre Aufstellung nicht mehr in Eigenverantwortung leiten kann.
Die aufstellende Person wird vom Moderator/von der Moderatorin darin
unterstützt. Wer damit gerade Schwierigkeiten hat, kann gerne für
die Dauer der Aufstellung den Raum achtungsvoll verlassen oder sich
mit anderen Dingen beschäftigen, solange es die Grenzen der aufstellenden
Person nicht verletzt.
- Die Stellvertreter dürfen für sich Grenzen setzen und sich
selbst jederzeit aus der Rolle entlassen.
- Jeder Teilnehmer darf und sollte gut für sich sorgen und für
sich die notwendigen Grenzen setzen. Jeder darf den Raum/die Veranstaltung
verlassen, wann er/sie selbst es für richtig hält.
Das Achten der Grenzen ist beim Freien
Aufstellen sehr wichtig, da sonst die Eigenverantwortung und somit der
Selbstschutz der Teilnehmer und des/r ModeratorIn nicht mehr gegeben
ist.
Jegliche Art von Themen können
aufgestellt werden.
Familien-,
Partner-, Beziehungsprobleme (Freie Familienaufstellung)
Firmenprobleme (Freie Organisationsaufstellung)
Körper/Krankheit (Freie Körperaufstellung)
Problemaufstellung u. Wunderaufstellung
nach M. Varga de Kibéd
Situationen (z. B. Prüfungen, wichtige Gespräche, öffentliche
Auftritte etc.)
Entscheidungen (z. B. welche Therapie/Wohnung
etc. ist die Richtige)
Gefühle (Angst, Blockaden ...)
Sichtweisen, Glaubenssätze
Supervisionsaufstellungen (Patient und sein Problem, Lehrer-Schüler-Elternbeziehungen,
)
- u.v.m. ...
Seit 2012 gibt es keinen kurzen Film über das Freie Aufstellen
auf Youtube:
http://www.youtube.com/watch?v=01_bqHitjSk&feature=youtu.be
Das
Freie Aufstellen - Freie Systemische Aufstellungen
Inhaltsverzeichnis:
Das Freie Aufstellen
Was sind Aufstellungen? Was kann man sich darunter vorstellen?
Was ist der Unterschied zwischen Dem Freien Aufstellen und den traditionellen
Aufstellungen?
Die Eigenverantwortung
Was heißt das? ... Verstehen?
Das
Freie Aufstellen
Konflikte und Probleme sind häufige Ursachen von Erkrankungen, im
psychischen wie auch im körperlichen Bereich, da sie unseren Körper
in Dauerstress versetzen. Dadurch stellt die Konflikt- und Problemlösung
einen wichtigen Weg zur Gesundheit und Wohlbefinden dar. Im Rahmen der
freien Aufstellungen (systemischen Aufstellungen in einer sehr freien
Form) können Sie intensive und faszinierende Erfahrungen machen,
die Sie zur Lösung Ihrer eigenen Probleme und zu Ihrer persönlichen
Weiterentwicklung nutzen können. Das
Freie Aufstellen zeigt dabei neue Wege im lösungsorientierten
Umgang mit Aufstellungen und Alltagssituationen.
Ich selbst beschäftige mich seit Anfang 2002 mit systemischen Aufstellungen
nach Bert Hellinger. Anfang Mai 2003 habe ich dann "Das
Freie Aufstellen" bei Olaf Jacobsen kennen gelernt. Seitdem
mache ich die wertvollsten und intensivsten Erfahrungen durch meine eigene
persönliche Entwicklung, wobei mich Das
Freie Aufstellen auch im Alltag immer begleitet.
In allen Systemischen Aufstellungen zeigt sich eine natürliche, menschliche
Gabe: das Phänomen der sogenannten "repräsentierenden Wahrnehmung"
- eine natürliche "Gefühls-Telepathie", die Sie genauso
überall im Alltag entdecken können:
Sobald Sie in Kontakt mit einem anderen Menschen treten, stehen Sie (meist
unbewusst) in Resonanz mit ihm - mit seinen Wünschen, Bedürfnissen,
Sehnsüchten, Schwächen und Problemen. Sie nehmen den anderen
Menschen wahr, indem Sie beobachten, was Sie in sich selbst vorfinden
- Ihre Gefühle, Ihr spontanes Verhalten. Mit allem was sie tun und
sagen, bieten Sie dem anderen einen Spiegel, durch den er Erkenntnisse
über sich selbst gewinnen kann. Oder aber, Sie können erkennen,
dass der andere Ihnen selbst mit seinem Verhalten, seinen Worten und seinen
Gefühlen, die er Ihnen gegenüber ausdrückt, als Spiegel
dient. Besonders intensiv werden die Wahrnehmungen des anderen immer dann,
wenn Sie den anderen nicht so sein lassen können, wie er/sie ist,
d.h. wenn Sie ihn verändern wollen, wenn Sie ihm helfen wollen, wenn
Sie Erwartungen an ihn haben ... So ist es auch in den Aufstellungen:
die Stellvertreter stehen der aufstellender Person für ihr mitgebrachtes
Anliegen zur Verfügung - helfen ihr und dadurch zeigt sich das Phänomen
der repräsentierenden Wahrnehmung.
Ich werde Ihnen nun Das Freie Aufstellen
vorstellen und von meinen Erfahrungen und Erkenntnissen berichten. Vielleicht
macht es Sie neugierig, die freie Aufstellungsform selbst kennen zu lernen
und zu erfahren, um dann für sich entscheiden zu können, ob
Das Freie Aufstellen auch für
Sie als Lösungsweg stimmig ist, oder nicht. Ich erhebe nicht den
Anspruch, dass ich in der Lage bin, alles so zu erklären, dass Sie
es nachvollziehen können. Gerade in Bezug auf Aufstellungen ist das
sehr schwierig, da man Aufstellungen nicht erklären kann - man muss
sie selbst erfahren.
Was
sind Aufstellungen? Was kann man sich darunter vorstellen?
Die Systemischen Aufstellungen sind vor allem durch Bert Hellinger unter
dem Begriff "Familienstellen" bekannt geworden. Aufstellungen
gibt es in unzähligen Varianten und ihre Form ist u.a. von der Person
abhängig, die die Aufstellung begleitet bzw. leitet.
In der Regel läuft es so ab, dass sich eine Gruppe von Menschen findet,
die sich für die Aufstellungen einander zur Verfügung stellen
- meist organisiert in Workshops und/oder Wochenend-Seminaren.
In den meisten Fällen gibt es einen sogenannten Aufstellungsleiter,
der die Aufstellungen (beg-) leitet. Eine Person wird ausgewählt,
die ihr Thema aufstellen darf. Bei den traditionellen Aufstellungen wird
in der Regel vorher das Thema kurz erzählt. Der Aufstellungsleiter
berät die aufstellende Person, wie und mit welchen Stellvertretern
sie das Thema aufstellen kann. Die aufstellende Person oder auch der Aufstellungsleiter
wählen aus der Gruppe die benötigten Stellvertreter aus.
Beispiel:
Hat die aufstellende Person ein Problem mit ihrer Ehe, dann wird der Aufstellungsleiter
ihr höchst wahrscheinlich empfehlen, ihre Familie aufzustellen. D.h.
es wird eine Person aus der Gruppe ausgesucht, die die aufstellende Person
selbst darstellen soll, dann ein weitere Person für den Ehepartner
und evtl. (falls vorhanden) weitere Personen, die die Kinder des Paares
darstellen sollen.
Sind alle zu Anfang benötigten Stellvertreter
ausgewählt, plaziert die aufstellende Person die ausgewählten
Stellvertreter einer nach dem anderen im Raum. Dafür berührt
sie jeden Stellvertreter mit beiden Händen an den Schultern und führt
sie so nach ihrem Gefühl durch den Raum, bis sie einen stimmigen
Platz gefunden hat.
Die Stellvertreter beginnen nun in sich hineinzufühlen:
Welche Gefühle können sie in sich selbst wahrnehmen?
Welche Gefühle haben sie in Bezug zu anderen Stellvertretern?
Welche Bewegungsimpulse kommen?
Welche Gedanken/Worte entstehen?
Nach einer Weile beginnt der Aufstellungsleiter einen
Stellvertreter nach dem anderen nach seinen Gefühlen und Impulsen
zu befragen. In den meisten Fällen kann die aufstellende Person bestätigen,
dass die berichteten Gefühle und Impulse der Stellvertreter mit denen
der realen Personen übereinstimmen.
Über die natürliche "Gefühls-Telepathie" stehen
die Stellvertreter in Resonanz mit der aufstellenden Person. Es ist immer
wieder faszinierend zu erleben, dass die Stellvertreter in einer Weise
agieren, die eine sehr große Ähnlichkeit aufweist, wie die
aufstellende Person die wirklichen Personen erlebt. Eine Aufstellung bzw.
ein Stellvertreter repräsentiert das innere Bild, die innere Haltung
der aufstellenden Person. So ist es auch im Alltag: die Menschen, mit
denen Sie in Kontakt treten, können mit ihrem Verhalten Ihnen gegenüber
Ihre innere Haltung widerspiegeln. Haben Sie Probleme mit dem Verhalten
des anderen (= Ihr eigener Spiegel), so können Lösungen bzw.
Veränderungen (in Aufstellungen und im Alltag) nur in Ihnen selbst
(der aufstellenden Person) erfolgen. In diesem Fall kann sich das Verhalten
des anderen verändern, sobald Sie Ihre innere Haltung ihm gegenüber
ändern. Verändert sich das Verhalten des anderen nicht, nachdem
Sie sich verändert haben und mit ihm kein Problem mehr haben, kann
es für Sie auch ein Zeichen sein, dass der andere Mensch so ist wie
er ist.
Der Aufstellungsleiter beginnt danach nach seinen
Erfahrungen, seinem Wissen und seiner Intuition die Aufstellung zu verändern,
z.B. in dem er die Stellvertreter auffordert, sich frei zu bewegen, die
Stellvertreter selbst umstellt oder weitere Stellvertreter dazustellt,
Fragen stellt, einen Stellvertreter ganz bestimmte Sätze zu anderen
Stellvertretern sagen läßt.
Die aufstellende Person kann eine Aufstellung dazu
nutzen, ihr Anliegen aus verschiedenen Perspektiven wahrzunehmen und zu
verstehen. Der durch die Aufstellung gebotene Spiegel, der auch den unbewussten
Teil eines Problems ans Licht bringen kann, kann nun bewusst zur Lösung
der gegenwärtigen Probleme und Anliegen genutzt werden. Die liebe-
und verständnisvolle Atmosphäre bietet Raum für tiefe Lösungs-
und Erkenntnisprozesse und um Erfahrungen mit neuen Verhaltensweisen zu
machen. Diese Änderung (bzw. Lösung) lässt sich in den
Aufstellungen sehr gut nachvollziehen, da die Stellvertreter sofort auf
jede Veränderungen der inneren Haltung der aufstellenden Person reagieren
und dies deutlich aufzeigen.
Wie bereits schon oben erwähnt, ist die Art
und Weise, wie die Aufstellungen vom Aufstellungsleiter begleitet werden
so vielfältig, wie es Aufstellungsleiter gibt. Jeder macht es anders.
Es gibt Aufstellungsleiter, die ganz extrem führen, alles selbst
entscheiden, wobei die aufstellende Person nur zuschaut. Ich habe in so
einem Fall die Erfahrung gemacht, dass sich manchmal in der Aufstellung
nicht nur das Problem der aufstellenden Person widerspiegelt, sondern
auch die des Aufstellungsleiters.
Und dann gibt es Aufstellungsleiter, die der aufstellenden Person sehr
viel Aufmerksamkeit schenken, sich stark nach ihren Bedürfnissen
richten und sich den Wünschen und Bedürfnissen der aufstellenden
Person unterordnen.
Was
ist der Unterschied zwischen Dem Freien Aufstellen und den traditionellen
Aufstellungen?
Beim Freien Aufstellen entscheidet Universum, wer aufstellen darf, d.h.
es wird gelost. Wer an zwei Terminen nicht ausgelost wurde, darf beim
3. Mal auf jeden Fall aufstellen. Es gibt eine Liste, auf der sich jeder
eintragen darf, der nicht ausgelost wurde.
Bei den traditionellen Aufstellungen ist es meist so, dass der Aufstellungsleiter
entscheidet, wer aufstellen darf. Ich habe es aber auch schon so erlebt,
dass alle Teilnehmer gleichzeitig in sich hineinspüren, wer jetzt
mit Aufstellen dran ist und dann diese Person anschauen sollen. Die Person,
die dann die meisten Blicke auf sich zieht, darf dann aufstellen.
Die aufstellende Person steht mit ihren Wünschen, Bedürfnissen
und auch Grenzen an erster Stelle. Das Wörtchen frei' bezieht
sich auf die freien Entscheidungsmöglichkeiten der aufstellenden
Person und auf die Freiheit aller Teilnehmer, ob und wie sie der aufstellenden
Person für ihr Thema zur Verfügung stehen wollen.
Die aufstellende Person entscheidet über die Form und Grenzen ihrer
Aufstellung - sie hat die Wahl:
... ob jemand (der Aufstellungsmoderator oder jemand aus der Gruppe) ihre
Aufstellung wie beim traditionellen Aufstellen leiten soll, ob sie nur
beraten werden will oder keine oder erst später Hilfe benötigt.
... ob sie ihr Anliegen vor der Gruppe erzählt oder es verdeckt hält.
Sollte sie sich für eine verdeckte Aufstellung entscheiden, steht
ihr die aufstellungsbegleitende Person für ein Gespräch unter
vier Augen zur Verfügung und macht ihr Vorschläge, wie sie ihr
Thema aufstellen könnte und welche Stellvertreter sie braucht.
... ob sie ihr Anliegen "verdeckt" aufstellt. "Verdeckt"
heißt, dass die Stellvertreter nicht wissen, wen sie darstellen.
Das hat den Vorteil, dass die Stellvertreter völlig frei ihren Impulsen
folgen können - unbeeinflusst vom Verstand (Bsp. "Ich bin der
Vater und muss mich also so und so verhalten.") und die aufstellende
Person das Phänomen der "repräsentierenden Wahrnehmung"
ganz intensiv erfahren kann.
... ob sie die Stellvertreter im Raum plazieren möchte oder ob sie
es den Stellvertretern überlässt, einen für angenehmen
Platz zu suchen.
... ob sie die Stellvertreter an ihren zugewiesenen Plätzen befragen
möchte oder ob die Stellvertreter frei ihren Impulsen folgen dürfen,
d.h. sich frei äußern und bewegen.
... ob sie alle Impulse aus der Gruppe (jedes Handyklingeln, jede Unruhe,
jede Schwere ...) für sich als Spiegel nutzen möchte, oder ob
sie der Gruppe lieber Grenzen setzen möchte. Sollte die aufstellende
Person selbst Schwierigkeiten haben, für sich die notwendigen Grenzen
zu setzen, wird sie durch den Moderator darin unterstützt.
Die Gruppe, d.h. der Moderator (im traditionellen
Aufstellen ist es der Aufstellungsleiter), die Stellvertreter und die
zuschauende Gruppe ordnen sich der aufstellenden Person unter und stehen
gleichzeitig ihr beratend zur Verfügung in den Grenzen, wie sie es
möchte.
So werden jene Schritte achtungs- und würdevoll begleitet und durch
die gesamte Gruppe unterstützt, die in diesem Moment möglich
sind.
Die aufstellende Person hat jeder Zeit die Möglichkeit,
ihre Aufstellung zubeenden - der Wunsch wird von allen geachtet, auch
wenn es scheinbar noch keine 'Lösung' gibt. Inwieweit es bei den
traditionellen Aufstellungen möglich ist, weiß ich nicht, da
dieser Fall doch sehr selten eintritt, dass jemand seine Aufstellung vor
dem sogenannten Lösungsbild beendet.
Am Ende einer Aufstellung findet bei den traditionellen
Aufstellungen häufig ein Entlassungsritual aus den Stellvertreterrollen
statt, z.B. indem die aufstellende Person sich bei jedem Stellvertreter
bedankt und sagt: "... und jetzt bist Du wieder (den richtigen Namen
der Person)." oder auch andere Sätze. Oder die Stellvertreter
gehen mit einem großen Schritt aus der Rolle, streichen sich über
den ganzen Körper, um die Rolle abzustreifen ...
Beim Freien Aufstellen hat jeder
die Wahl. Die Stellvertreter, die ein Entlassungsritual wünschen,
erhalten dies.
Auch als Stellvertreter können Sie in den freien
Aufstellungen die faszinierende Erfahrung machen, dass Sie Ihrem Gefühl
und spontanen Handlungen immer vertrauen können. Sie werden erleben,
dass auch die absurdesten Impulse oder Sätze, die sie in einer Aufstellung
ausdrücken ganz genau in das Thema oder zu der Rolle passt, die sie
'spielen'.
Beispiel:
Eine Frau stellte verdeckt auf. Auf einmal fing eine der Stellvertreterinnen
an zu tanzen. Als sie dann später aufdeckte, stellte sich heraus,
dass die tanzende Stellvertreterin ihre Bauchtanzlehrerin war.
oder
Ein Teilnehmer stellte ebenfalls verdeckt auf. Mitten in der Aufstellung
kommt meine Tochter ins Zimmer und bittet mich leise, die Batterie in
ihrer Spielzeug-Lokomotive zu wechseln. Nachdem der Teilnehmer aufdeckte,
stellte sich heraus, dass er ein Thema mit seiner Modelleisenbahn-Sammelleidenschaft
aufgestellt hatte.
Auch wenn es manchmal nicht so scheint. Ihre so scheinbar
"unzuverlässigen" Gefühle können Sie auch in
und durch Krisen führen, die sehr heilsam Ihnen neue Erkenntnisse
eröffnen und Sie zu wunderbaren Lösungen führen können
- in den Aufstellungen und im Alltag. Somit bietet Ihnen Das
Freie Aufstellen die Möglichkeit, Ihre eigenen und auch die
Gefühle und Handlungen anderer zu verstehen und zu erkennen, dass
alles absolut richtig und stimmig ist. Sie lernen dadurch, Ihrem Gefühl
zu vertrauen, das Sie dann - auf den Alltag übertragen - gelassener
durch das Leben gehen lässt.
Die Eigenverantwortung
Im Alltag stellen unsere Blockaden und Hemmungen einen wichtigen Schutz
für uns dar. Um auch in Aufstellungen die Teilnehmer (aufstellende
Person, Stellvertreter) nicht zu überfordern, ist es wichtig, dass
die Grenzen aller nicht ungewollt überschritten sondern geachtet
werden. Die Eigenverantwortung ist deshalb für Das
Freie Aufstellen eine wichtige Voraussetzung. Sie bietet einen
Selbstschutz sowohl für die aufstellende Person als auch für
die Stellvertreter. Die Aufstellungen sind nur so intensiv, wie es für
die aufstellende Person selbst stimmt. Lösungen zeigen sich nur so
weit wie sie tragbar sind. Für die Stellvertreter erleichtert sowohl
die Eigenverantwortung als auch die freie Aufstellungsform den Umgang
mit den übernommenen Rollen. Beim Freien
Aufstellen wird die Grenze eines jeden Teilnehmers geachtet und
somit auch seine menschliche Würde.
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